Was passiert wenn man eine kernölverwöhnte Oststeirerin in den sojasoßenverseuchten fernen Osten schickt...?

Wednesday, August 20, 2008

Hello again...

Früher als erwartet starte ich den nächsten Angriff auf eure Neugier...da ich natürlich davon ausgehe, dass ihr ALLE unglaublich gespannt seit was so läuft am (fast) anderen Ende der Welt...

Seit meinem letzten Blog ist jetzt schon wieder ca. 1 Woche vergangen in der wir Singapur und Umgebung unsicher gemacht haben...

Unser nächstes großes Happening nach meinem letzten Eintrag war unser Orientation Day: Sehr organisiert (besonders beeindruckt war ich von der 0,3 l Wasserflasche mit SMU-Logo die ausgeteilt wurde - GESCHENKE!) wurde uns mitgteilt, dass in Asien alles GAAAAAAAAAAAAAAANZ anders ist als in Europa. Ironischerweise wurde uns das von einer Französin mitgeteilt, die Head of International Relations an der SMU ist. Um dem ganzen noch eine Spur von Spaß zu verpassen hat eben diese Französin noch die Namen sämtlicher Austauschstudenten verlesen, was für seeeeehr viel Gelächter gesorgt hat (die Aussprache der asiatischen Namen war eben manchesmal nicht ganz korrekt).

Um das Gelächter ganz schnell wieder zu beenden wurden wir von einer anderen SMU-Mitarbeiterin mit Singlish beschallt, das sich gewaschen hat...323 Austauschstudenten saßen im Hörsaal und haben rein gar nichts verstanden....WELCOME TO SINGAPORE!

Apropos Hörsaal: Die Ausstattung der SMU ist ca. 10 Mal so gut wie die Ausstattung unserer FH, die wiederum um einige Male besser ist als die Ausstattung jeder Uni in Österreich...das Auditorium vom ersten Tag stellte sogar den Großteil aller österreichischen Kinos in den Schatten.

Um uns von diesem uuuuuunglaublichlen Stress an unserem Orientierungstag zu erholen beschlossen wir am Samstag wieder mal auf ein Inselchen zu fahren...man gönnt sich ja sonst nichts! Um gar keine Minute auf dem schönen Kusu Island (gesprochen: Kuschu) zu versäumen machten wir uns schon in Herrgottsfrüh auf den Weg zum Marina South Pier, wo wir mit der Fähre über St. John's Island nach Kusu gefahren sind. Kusu ist bekannt für einsame Strände, viele Schildkröten (leider nicht in natürlichem Vorkommen...aber trotzdem cool für Fotos ;)) --> POSING) und gutes Wetter.

Angekommen auf Kusu mussten wir leider zwei Dinge feststellen, dass die einzigen Touristen die sonst noch dort waren, zwei Deutsche mit Kindern waren (wie weit muss man denn noch weg, um nicht die ganze Zeit Deutsch zu hören) und der Himmel war verdächtig grau. Um uns wirklich zu versichern, dass es nicht zu regnen beginnt haben wir einen Einheimischen gefragt, ob er glaubt, dass es gleich zu regnen beginnt, worauf er in gebrochenem Singlish meinte, dass es nur 3-4 Mal pro Jahr regnet... Da der liebe Herr Wettergott aber scheinbar der Meinung ist, dass wir Europäer es gar nicht ohne Regen aushalten, hat es an diesem Tag geschlagene zwei Mal geregnet :( Trotzdem wussten wir die Sonne (die wir erwischten) gut zu nützen und haben es sogar geschafft Sonnenbrände zu bekommen, in individueller Stärke...wobei ich ungeschlagene Siegerin war.

Um die Reihe unserer tollen Wochenendsausflüge nicht abreißen zu lassen pilgerten wir am Sonntag in den Birdpark: die größte Ansammlung künstlicher Natur, die mir jemals unter die Augen gekommen ist. Es gibt dort sogar einen künstlichen Wasserfall, den zweitgrößten künstlichen Wasserfall der Welt, um genau zu sein. Von Pinguinen (auf kleinstem Raum gehalten) bis zu Pelikanen war alles zu finden...

Nachdem wir Montag wieder mal einige organisatorische Dinge an der Uni zu erledigen hatten, führte uns unser nächste Weg gleich zum Bahnhof Tanjong Pagar um unsere Tickets für unseren Ausflug nach Kuala Lumpur zu kaufen (JAAAAAAAAAA, Petronas Towers wir kommen! Und zwar nächsten Freitag!). Als verantwortungsbewusste Studenten hatten wir uns vorher natürlich sämtliche Literatur besorgt...was wir auf dem (scheinbar) ewigen Weg zum Bahnhof sehr bereuten (meine Schultern hassen mich jetzt noch).

Um es mit dem Ehrgeiz nicht zu übertreiben hatten wir dann am Montag gleich noch unsere erste (ob noch mehrere folgen ist fraglich) Wohnungsparty...die große Frage die sich uns nach gewisser Zeit stellte war: "Wo kommen bitte plötzlich die ganzen Leute her???????" ...da aber weder wesentliche Wohnungsbeschädigungen, -beschmutzungen oder nachbarschaftliche Beschwereden aufgetreten sind...wars also gar nicht schlimm.

Dienstag Nachmitag widmeten wir danach voll und ganz unseren Uni-Vorbereitungen (weil den Kursen ihr Ruf vorauseilte) und Dienstag Abend stand unter dem Motto "DAS SCHAFF MA NIE", weil Philipp von seinen ersten Kursen zurückkam und meinte, dass hier in einer Einheit soviel Stoff durchgebracht wird, wie in Österreich in einem ganzen Semester - PANIK!

Nach einem Tag, vollgestopft mit Kursen bin ich aber nun schon wesentlich klüger und entspannter, die Kurse (inkl. Vortragenden) waren eigentlich sehr gut, die Studienkollegen nett (obwohl die Singapurer nicht sehr gut sind darin offen auf "Ang Mos" zuzugehen - "Ang Mo" ist Singlish für alles Weißen) und die Workload dürfte auch tragbar sein. Da ich es auch geschafft habe grundsätzlich jedem Vortragendem aufzufallen (bewusst oder unbewusst) bin ich ziemlich zuversichtlich was meine Leistungen im kommenden Semester angeht.

Was Leistung angeht werd ich natürlich überall mein Bestes geben...heut ist Ladies Night...PARTY! Und morgen zu Mittag gehen die Vorlesungen weiter...da ich dann bis nächsten Dienstag nicht in der Stadt sein werde, und Mittwoch und Donnerstag Vorlesungen habe, auf die ich mich vorbereiten muss wird es bis zum nächsten Blog-Eintrag etwas dauern. Bitte verzeiht sämtliche Fehler in dem Text...aber das ist eine der Kategorien in der ich mehr Wert auf Quantität als auf Qualität lege....so...auf ins nächste Abenteuer!

Viele liebe Grüße in den Rest der Welt!

Wednesday, August 13, 2008

Singapur...Woche 1...eine Zusammenfassung

Zuerste einmal die Hard-Facts:
Leute, die die große Ehre haben hier ein Semester an der SMU zu verbringen:
Manuela Mayer
Lukas Landerl
Philipp Röhm
Sandra Pichler (Jep, eine Pichler kommt selten allein ;))
und noch viiiiiiieeeeele mehr, deren Namen ich hier nicht explizit nenne, weil die Liste sonst mit der Zeit endlos werden würde...aber ich würde uns jetzt mal als die Hauptdarsteller bezeichnen


Wo wir sind: Überall in Südost Asien...aber im Moment in Singapur stationiert (könnte durchaus schlimmeres geben)

Wie lang: Voraussichtlich ein Semester und zwei Wochen (damit wir dann vom Christkindi unsere Packerl in Österreich abholen können...man weiß ja nicht ob das so weit fliegen kann)...wir haben natürlich auch eine Ausnahme dabei: Lucky schert sich nicht um seine Packerl daheim und bleibt bis Mitte Januar ;)


Die erste Woche im fernen Osten war aufregend, interessant, lustig, anstrengend, eigenartig...aber vor allem war es unglaublich...unglaublich toll!

Nach unserer Ankunft in der letzten Woche haben wir schon einiges gesehen, in den ersten Tagen hat sich das zwar zu einem großen Teil auf Wohnungsanzeigen in unverständlichem Singapur-Slang und unser tolles 17er-Zimmer (JA, das ist die Anzahl der Leute die darin geschlafen haben!!!!) beschränkt...aber das hat sich durch unsere supertolle, wahnsinnsarge, total edle und unglaublich coole Wohnung ja geändert, die wir (bzw. Lukas unser SUPERHERO). Wir wohnen übrigens zu sechst: Wir haben einen Asiaten in unsere Runde aufgenommen...und bereuen es bis jetzt noch nicht...und sein Deutsch wird immer besser, er kann schon Dinge sagen wie "Ich schwitze, weil es heiß ist" und "Ich steige in den Bus ein"...unser Japanisch wir eigenartigerweiße nicht besser...warum nur?

Zu Singapur selbst ist zu sagen, dass es eine tolle Stadt ist, und in sich verschiedene Welten birgt, die nur zwei MRT-Stationen (MRT ist die U-Bahn in Singapur) auseinander liegen...man würde nie glauben, dass Little India in der gleichen Stadt sein könnte wie Clarks Quay (was "Clarky" ausgesprochen wird). Man hat also ein Zusammenspiel aus künstlicher Schönheit und exotischem Flair an jeder Ecke. Genau das entedecken wir jeden Tag und wir können nicht oft genug "des is soooo cool" sagen.

Natürlich sind nicht alles sachen "sooo cool" was zB gar nicht cool ist sind Durians...Durians sind die berühmten Stinkfrüchte, die an allen möglichen Plätzen verboten sind...jetzt wissen wir auch warum: SIE STINKEN! Jedes "Jauchenfassl" in der schönen Steiermark kann sich da sowas von verstecken...aber unsere Neugier hat uns natürlich so weit gebracht, dass wir eine probieren mussten (nachdem wir sie, in der der U-Bahn transportiert haben...was verboten ist)...und dann fanden wir etwas sehr interessantes heraus: Durians stinken nicht nur, sie schmecken auch ekelhaft...was die Asiaten aber scheinbar überhaupt nicht stört...weil es Durians an jeder Ecke zu kaufen gibt...es werden sogar Durian-Pancakes angeboten...und man riecht es überall...schlimm ist das...aber wie sagt man so schön "Wo's stinkt, da bleib ma..." und das werden wir auch die nächsten Monate machen. Die Geruchskulisse ist hier für Europäer ohnehin eher gewöhnungsbedürftig...zumindest auf Märkten...wo man von den exotischsten Früchten (die wir ALLE probieren werden) bis zu den intensivsten Gewürzen alles bekommt.

Chinatown durfte auch schon unsere Anwesenheit genießen...und wir haben auch Chinatown genossen - DAS SHOPPING PARADIES....obwohl man diesen Begriff auf ganz Singapur ausweiten kann, ich habe noch nie so viele Einkaufszentren in einer Stadt gesehen! @ Ma und Pa: BITTE GANZ VIEL GELD ÜBERWEISEN...nein, nur ein Scherz...aber falls jemand etwas zuviel Geld hat, kann ich gerne meine Bankverbindung bekanntgeben ;)

Um auch mal ein wenig Abstand vom Geld verschwenden zu nehmen haben wir uns am Sonntag einen Ausflug auf Pulau Ubin gegönnt...eine Insel im Norden von Singapur. Das Wetter wollte uns einen Strich durch die Rechnung machen, aber dem haben wirs ordentlich gezeigt...wir haben trotz Regen unsere Radtour gemacht und es war unglaublich: EINE TOUR DURCH DEN DSCHUNGEL! Wir sind unter den exotischsten Pflanzen (von Palmen bis zu lustigen Obstbäumen) durchgeradelt...und das wirklich skurile daran ist: auf dieser Insel sind Durian-Plantagen...von denen wir uns aber so fern wie möglich gehalten haben. Tja, da haben die lieben Ösis der Deutschen, dem Japaner und dem Amerikaner (das waren alles unsere Begleiter) mal gezeigt was Radlfahren heißt... :)

Da wir ja eigentlich zum Studieren da sind, mussten wir uns auch um etwas administrativen Kram kümmern...zum Beispiel darum, dass wir legal im Land bleiben dürfen (was ich wirklich nicht so unwichtig finde)...dafür zahlten wir aber einen hohen Preis...sowohl finanziell, als auch persönlich: insgesamt 3 Stunden warten im Einwanderungsbüro, in dem die Klimaanlage auf ca. 10 Grad MINUS gedreht war (wobei wir natürlich nur in unserem typischen "Flip-Flop-Shorts-Top"-Outfit unterwegs waren...wir waren sehr froh da raus zu kommen ohne uns eine Hand oder einen Fuß abgefroren zu haben. Aber Klimaanlagen sind sowieso ein eigenes Kapitel in diesem schönen Land...aber mittlerweile wird aus meiner Hassliebe den AC (Air Conditioning) schon eher Liebe ;)

So schwierig die Genehmigung unseres Aufenthalts hier war, so leicht war die Immatrikulation...perfekt durchorganisiert, und bis auf ein kleines Problem mit meinem Passwort reibunglos (ob das ihre oder meine Schuld war steht nicht fest ;)).

Was perfekte Organisation angeht sind die lieben Singapurer (Singapurner, Singapuresen...also, die die halt in Singapur leben) sowieso ganz vorn dabei, das haben sie auch an ihrem Nationalfeiertag (bzw Nationalfeierwochenende) gezeigt, wo eines der größten und beeindruckensten Feuerwerke der Welt abegfeuert wurde...tja...jetzt verabschiede ich mich also mit einem Feuerwerk...ich werd versuchen mich bald wieder zu verewigen.

Wednesday, August 6, 2008

Angekommen!

Gestern sind wir nach mehr als 16 Stunden Flug, den ersten exotischen Esserfahrungen und einem Zwischenstopp in Doha endlich angekommen...